„Suchtexperten warnen“

Automatensystem TR5.0 lückenhaft




Wir hören es immer wieder, dass Geldspielautomaten das höchste Suchtpotential aller Glücksspiele haben. Interessant, denn aus einem anderen Blickwinkel betrachtet kann man auch sagen, sie machen halt am meisten Spaß. Aber das ist ein anderes Thema, heute interessieren wir uns dafür wie die Politik mit diesem sensiblen Thema umgeht und welche Veränderungsmaßnahmen umgesetzt werden bzw. wurden.

Denn eins steht mit Sicherheit außer Frage: Bei 30 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2016 geht es hierbei nicht um einzelne persönliche und traurige Geschichten. Diese werden seitens der Politik und der Presse immer nur dafür benutzt, um eine Meinung zu bilden!

Momente aus einer TR5.0 Spielo Session

Das offizielle Automatensystem verspricht mehr als es hält

Die Politik hat neue Vorgaben gemacht in denen es heißt, dass ein Spiel mindestens 5 Sekunden dauern sollZusätzlich sollte die Automatikstart-Taste verboten werden. So weit so gut, die neuen TR5.0 Spielgeräte sind nur genauso schnell wie früher. Was hat sich allerdings geändert? Die Automatikstart-Taste ist verschwunden, aber die Automatenhersteller haben einfach neu definiert was ein Spiel ist.

Buchungsvorgang ist das neue „Spiel“

Früher galt es als „Spiel“, wenn der Spieler einen unbestimmten Einsatz gesetzt hat und in einem beliebigen Spiel versucht hat, eine Gewinnkombination bestimmter Symbole zu erzielen. Doch diese Regelung ist Schnee von gestern, denn seit dem TR5.0 Upgrade zählt der Buchungsvorgang der 20 Cent vom Geldspeicher auf den Punktespeicher bucht bereits als Spiel.


Der Automat bucht manchmal weniger Geld

Äh, wie bitte was!?

Miniwalze Nahaufnahme

Das ist wahrscheinlich der Grund, weswegen man es jetzt offiziell Spiel nennt. Weil man bereits beim Buchen (!) Geld gewinnen oder verlieren kannDas muss man sich erst einmal vor Augen führen, dass die Gefahr besteht, nicht mal mit seinem gesamten Geld spielen zu könnenJetzt wird schon Geld weggenommen, obwohl man noch nicht mal angefangen hat zu spielen. Oder man hat ein bisschen mehr Geld, wir wollen ja hier den Teufel nicht an die Wand malen. 😉

Auf diese Idee hätte Robin Hood kommen können

Jedem Bösen einfach bisschen Geld wegnehmen und in die Tasche stecken. Robin Hood hat es dann aber wenigstens noch den Armen gegeben, damit er für mehr Gleichgewicht auf der Erde sorgt. In der Automatenindustrie ist es nicht wirklich klar, wohin das ganze Geld fließt. Die Politik interessiert sich aber irgendwie auch nicht dafür, denn sonst würden gewisse Maßnahmen ergriffen werden.

Es heißt immer nur „Spielerschutz, Spielerschutz“

Aber was dabei herumkommt bzw. umgesetzt wird, ist dem Fiskus letztendlich egal. Solange die Steuern fleißig bezahlt werden, ist ja alles andere zweitrangig. Oder sollen wir besser sagen, es werden irgendwelche Maßnahmen ergriffen, die im Endeffekt eh keine wirkliche Veränderung mit sich bringen. Nichts ist so wie es scheint! So heißt es doch immer wieder und auch in diesem Fall ist der Spruch eine sehr treffende Beschreibung für diese Situation.

Ein paar Spezialisten im O-Ton:

Prof. Gerhard Meyer,

Spielsuchtforscher Uni Bremen:

„Es ist schon absurd, muss man sagen, dass ein Umbuchungsprozess von Geld in Punkte

bzw. Bankwerte als Spiel deklariert wird, während das eigentliche Spielgeschehen völlig ungeprüft auf einer ganz anderen Ebene abläuft.“


Daniel Buchholz, SPD, Mitglied

Berliner Abgeordnetenhaus:

„Wir erleben tatsächlich eigentlich eine Nichtumsetzung dessen, was wir als Bundesgesetzgeber und über Vorgaben auch definiert haben.

Für mich grenzt das an kriminelle Energie, wie hier damit umgegangen wird.“

Marlene Mortler, CSU,

Drogenbeauftragte der Bundesregierung:

„Wenn immer wieder die Grenzen überschritten werden und Lücken gesucht werden, um genau das zu umgehen, und darum geht es,

dann ist es keine glaubwürdige und ehrliche Politik von Seiten der Automatenwirtschaft.“

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